Narben auf meiner Seele

All das, was mich verletzt hat, hinterließ Narben auf meiner Seele. Vielleicht sogar tiefe, hässliche, noch immer offene Wunden. Aber all diese furchterregenden Verletzungen haben es nicht geschafft, mich zu zerstören. Ich habe sie überlebt und genau darin liegt meine Zuversicht. 

Meine Leidensgeschichte ist lang. Viele hässliche Wörter haben mich erreicht, Gesten der Herabsetzung haben mich stark gekränkt. Herabwürdigende Blicken durchbohrten sich in mein Herz und ich habe mir nie erlaubt, dagegen etwas zu unternehmen. Im Gegenteil, ich habe die Wörter, Gesten und Blicke ertragen, bis ich selbst daran geglaubt habe.

Narben auf meiner Seele

Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn das Herz nicht aufhören will zu brennen. Wenn der Schmerz so tief in einem sitzt, dass man glaubt, nie lieben zu können. Wenn einem der Atem stockt, weil die Verletzungen einem gefangen halten.

Wenn du immer wieder gibst und Vertrauen schenkst, dass endlich alles gut wird. Du immer wieder Kraft aus dir schöpfst, um für andere da zu sein, bist du selbst ausgebrannt bist. Wenn sich die Einsamkeit in dir ausfüllt und du dort, wo dein Herz liegt, nur noch ein großes Loch fühlen kannst.

Wenn die Welt um dich herum nicht erkennt, wie du innerlich brennst. Deinen Schmerz und dein Leid nicht erkennt und du es einfach nicht mehr fühlen magst.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn du dich unverstanden fühlst und nicht gesehen wirst. Wenn dein Kopf explodiert und du dich übergeben musst, weil du all diesen Schmerz nicht länger ignorieren kannst. Wenn die Narben auf deiner Seele nach Erholung schreien.

Gerade dann verstecke dich nicht länger vor dir selbst. Es ist Zeit aufzustehen! Für dich einzustehen! Dich selbst anzusehen! 

Sei der Mensch, der du immer schon sein wolltest. Hol dir vom Leben, was du dir ersehnst. Hör auf damit, dich selbst klein zu machen und rede nicht alles klein, wofür du dich einsetzt. Sondern erkenne deine Fürsorglichkeit als deine besondere Stärke an. Lebe deine Überzeugungen! 

Sei alles andere als normal

Normal zu sein in dieser Welt, hat mit Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit nichts zu tun. Normal sein bedeutet in dieser Welt heute nichts anderes, als für andere passend zu sein. Für das Bildungssystem, dem Arbeitsmarkt, für die Gesellschaft. Passend zu sein für die Menschen in deinem Umfeld und gut zu funktionieren, damit es alle leichter haben. Vor allem die anderen.

Es reicht nicht aus, dass du auf Wunder wartest und darauf hoffst, dass man dich sieht, respektiert und achtet. Entscheide dich für dich selbst und lasse deine Verletzungen heilen. Wir sind nicht hier, um dem Geld oder dem materiellen Besitz hinterher zu laufen, wie man uns glauben machen will. Wir sind ganz sicher nicht hier, um unsere Lebensjahre in Geld zu tauschen. WIR sind aber hier, um uns selbst zu erkennen, zu fühlen, um wach zu werden. Genau dafür brauchen wir unsere Emotionen. 

Ich wünsche dir Mut

Mut, dich im Spiegel zu betrachten und dir all die Liebe zu schenken, die du sonst für andere empfindest. Suche nicht länger in der Ferne nach einer Art von Liebe, die deine Wunden zusammenheftet. Eine Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, damit du erfüllst, was man von dir erwartet. Eine Liebe die dich nur kurz wärmt, deren Feuer jedoch ebenso schnell wieder erlischt. Denn die Kälte, die darauf folgt, ist erbarmungslos.

Dieses Mal wird es anders 

Höre auf dein Inneres. Schau hinter die Fassade, die du um dein Herz aufgetürmt hast. Trau dich zu fühlen. Mit allem, was du dort verborgen hast. Alles, was du brauchst um Heilung zu finden, ist bereits in dir. Du kannst unerschöpfliche Stärke schöpfen, halte deinen Kopf gerade, dein Herz hoch und vertraue auf dein Empfinden. Lass dir Narben deiner Seile erweichen. Nimm all die Liebe, die du in dir trägst und beschenke DICH damit.

Du bist bereits vollständig. Es fehlt dir vielleicht noch das Selbstbewusstsein, dass du erkennst, dass du gut bist, so wie du bist. Auch ich habe lernen müssen, mich selbst zu lieben. Zu erkennen, wer ich bin und wie viel Liebe ich in mir trage. Erst als ich meiner Verletzlichkeit mit Anerkennung und Liebe begegnet bin, heilten meine Wunden.

So wünsche ich auch dir auf deinem Weg viel Mut, viel Vertrauen und Selbstliebe.

Bis Bald,

Claudia

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1 Kommentar

  1. ROMANA
    18. Mai 2021 / 11:38

    Wirklich bewegende Worte. Vielen Dank liebe Claudia.

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